{"id":1453,"date":"2022-06-01T00:58:35","date_gmt":"2022-05-31T22:58:35","guid":{"rendered":"https:\/\/pe-becker.de\/pe-news\/?p=1453"},"modified":"2023-02-10T01:00:12","modified_gmt":"2023-02-10T00:00:12","slug":"klimaresilientes-bauen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pe-becker.de\/pe-news\/2022\/06\/01\/klimaresilientes-bauen\/","title":{"rendered":"Klimaresilientes Bauen"},"content":{"rendered":"\n<p>Der Weltklimarat hat in seinem letzten IPCC-Sachstandsbericht im Februar 2022 festgestellt, dass die Klimarisiken weltweit zunehmen. Die Erderw\u00e4rmung und daraus resultierende Klima\u00e4nderungen stellen auch den Bausektor vor neue Herausforderungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein globaler und grunds\u00e4tzlich sicherlich richtiger Ansatz ist, m\u00f6glichst klimagerecht und nachhaltig zu bauen, um den Einfluss des Bauens auf das Klima in seiner Gesamtheit, also vom Landverbrauch bis hin zur Errichtung der jeweiligen Bauwerke zu minimieren. Ein wesentliches Potential auf dem Weg zu einer Schaffung eines klimaneutralen Geb\u00e4udebestandes besteht in der Umsetzung von Ma\u00dfnahmen zur W\u00e4rmed\u00e4mmung und durch den Einbau von intelligenten Heizsystemen, die von fossilen Brennstoffen unabh\u00e4ngig sind. Dies leistet ein Beitrag dazu, eine weitere Verst\u00e4rkung der Klimafolgen zu reduzieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Extreme Wetterereignisse nehmen wohl in ihrer Intensit\u00e4t und H\u00e4ufigkeit auch in Mitteleuropa zu, daraus resultiert nicht zuletzt ein erh\u00f6htes Schadensausma\u00df. Die Flutkatastrophe im Juli 2021 in unserer Heimatregion hat gezeigt, welches Ausma\u00df die Sch\u00e4den durch Extremereignisse annehmen k\u00f6nnen. Sichtbare und relevante Klimafolgen mit Blick auf das Bauwesen sind z.B. extreme Hitze, Starkregen, \u00dcberschwemmungen und St\u00fcrme.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber bisher bei der Planung bereits ber\u00fccksichtigte Belastungssituationen, wie z.B. Schneelasten oder Erdbeben macht man sich keine Gedanken. Hierzu gibt es allgemein anerkannte Regeln der Technik und diese werden selbstverst\u00e4ndlich bei den Planungen ber\u00fccksichtigt. Auch die Problematik der Belastung bei Sturm ist in den Regelwerken verankert (\u201eWindlasten\u201c), muss aber ggf. nachgesch\u00e4rft werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus den oben beschriebenen Klimafolgen ergeben sich weitere Belastungssituationen, die zumindest in dem erforderlichen Umfang nach den aktuellen Regelwerken bislang nicht ber\u00fccksichtigt wurden. Hier wird man zuk\u00fcnftig z.B. der Planung von Bauwerken oder Infrastrukturanlagen oder auch bei der Quartiersgestaltung \u00dcberlegungen anstellen m\u00fcssen, um derartigen Belastungsf\u00e4llen standhalten zu k\u00f6nnen. Eine wichtige Aufgabe wird dabei die Definition der anzusetzenden Schutzziele sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Um die Gef\u00e4hrdung aus den bereits eingetretenen Klima\u00e4nderungen zu minimieren, ergibt sich \u00fcber das nachhaltige, klimaschonende Bauen hinaus zus\u00e4tzlich die Notwendigkeit, die Bauvorhaben selbst im Hinblick auf die aus den Klimafolgen resultierenden Extremereignisse so anzupassen, dass sie f\u00fcr die definierten Schutzziele der jeweiligen Belastung standhalten k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei der Neukonzeption von Quartieren und Geb\u00e4uden ist mit Blick auf die Belastungssituation \u201eExtreme Hitze\u201c zu beachten, dass die Verwendung dunkler Baustoffe zur Aufheizung der Oberfl\u00e4chen f\u00fchrt. Ung\u00fcnstige Bauwerksstellungen beeintr\u00e4chtigen zudem den Luftaustausch. Durch die Verwendung entsprechender heller Materialien und durch eine geeignete Anordnung der Bauwerke kann man der Belastung aus extremer Hitze entgegenwirken. Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnen konstruktive Ma\u00dfnahmen, wie z.B. die Ausstattung von Fenster mit Sonnenschutzanlagen und\/oder der Einsatz von Sonnenschutzverglasungen helfen, des Weiteren auch D\u00e4mm-Ma\u00dfnahmen und Beschattung.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf Quartiersebene k\u00f6nnen bei dem Belastungsfall \u201eExtreme Hitze\u201c Gr\u00fcnz\u00fcge erhebliche Erleichterung bringen. Dadurch wird zus\u00e4tzlich das Stadtklima, die Biodiversit\u00e4t und die Schadstoffbelastung der Luft positiv beeinflusst, was zu einer deutlichen Verbesserung des Wohnumfeldes und der Aufenthaltsqualit\u00e4t beitr\u00e4gt. Bei der Neuplanung k\u00f6nnen die beschriebenen und auch weitere Ans\u00e4tze zum Schutz gegen extreme Hitze naturgem\u00e4\u00df leichter umgesetzt werden als im Bestand. Aber auch im Bestand kann durch Einsatz der dort m\u00f6glichen Ma\u00dfnahmenkombinationen eine deutliche Verbesserung erreicht werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Um Starkregenereignissen und \u00dcberflutungen begegnen zu k\u00f6nnen, ist ein sehr wirksamer Ansatz die Verminderung des Abflusses und die Verbesserung der R\u00fcckhaltem\u00f6glichkeiten in den Einzugsgebieten und an den Gew\u00e4ssern au\u00dferhalb der bebauten Bereiche.<\/p>\n\n\n\n<p>Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnen in Abh\u00e4ngigkeit vom Gef\u00e4hrdungspotential und dem definierten Schutzziel im Rahmen des Objektschutzes Bauwerke und Geb\u00e4ude so ausgebildet werden, dass \u00dcberflutungen durch die Einplanung entsprechender konstruktiver Ma\u00dfnahmen nicht zu Sch\u00e4den f\u00fchren. Im Hochbau k\u00f6nnen das z.B. klassische Objektschutzma\u00dfnahmen wie die Schottung von T\u00fcren sein. Bei Neubauten k\u00f6nnen tiefliegende Bereiche so ausgebildet werden, dass kurzzeitige \u00dcberflutungen nicht zu Sch\u00e4den f\u00fchren. Beispiele hierf\u00fcr sind z.B. Tiefgaragen, die geflutet werden k\u00f6nnen. Auch auf den Schutz der technischen Geb\u00e4udeausr\u00fcstung ist ein besonderes Augenmerk zu legen. So k\u00f6nnen z.B. Heizungen oder Schaltanlagen in nicht \u00fcberflutungsgef\u00e4hrdeten Geschossen oder geschotteten Kellerr\u00e4umen untergebracht werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei der Ausweisung neuer Baugebiete kann ein \u00dcberflutungsschutz aber z.B. auch durch eine ausgekl\u00fcgelte Gel\u00e4ndegestaltung erfolgen, die eine unsch\u00e4dliche Ausbreitung des \u00fcberstauenden Wassers bei \u00dcberflutungen ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die verst\u00e4rkt auftretenden Extremereignisse f\u00fchren dazu, dass in Abh\u00e4ngigkeit von den hierzu definierten Schutzzielen bauliche und technische Ma\u00dfnahmen zum Schutz von Hab und Gut und zum Schutz der systemrelevanten Infrastruktur erforderlich werden. Dies ist bei den zugeh\u00f6rigen Planungen zu ber\u00fccksichtigen. Mit den jeweiligen Fachabteilungen der PE Becker GmbH setzen wir dies gerne im Sinne unserer Kunden um.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Dipl.-Ing. Andreas G\u00f6ttgens, <br>Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a  href=\"https:\/\/pe-becker.de\/pe-news\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/Ueberflutung2.jpg\" data-rel=\"lightbox-gallery-0\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"648\" src=\"https:\/\/pe-becker.de\/pe-news\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/Ueberflutung2-1024x648.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1427\" srcset=\"https:\/\/pe-becker.de\/pe-news\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/Ueberflutung2-1024x648.jpg 1024w, https:\/\/pe-becker.de\/pe-news\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/Ueberflutung2-300x190.jpg 300w, https:\/\/pe-becker.de\/pe-news\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/Ueberflutung2-768x486.jpg 768w, https:\/\/pe-becker.de\/pe-news\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/Ueberflutung2.jpg 1181w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Weltklimarat hat in seinem letzten IPCC-Sachstandsbericht im Februar 2022 festgestellt, dass die Klimarisiken weltweit zunehmen. 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