{"id":1201,"date":"2020-01-01T00:40:00","date_gmt":"2019-12-31T23:40:00","guid":{"rendered":"http:\/\/wp.pe-becker.de\/pe-news\/2020\/01\/01\/bedrohung-durch-illegale-einwanderer-machbarkeitsstudie-krebssperren\/"},"modified":"2022-12-05T01:34:01","modified_gmt":"2022-12-05T00:34:01","slug":"bedrohung-durch-illegale-einwanderer-machbarkeitsstudie-krebssperren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pe-becker.de\/pe-news\/2020\/01\/01\/bedrohung-durch-illegale-einwanderer-machbarkeitsstudie-krebssperren\/","title":{"rendered":"Bedrohung durch illegale Einwanderer Machbarkeitsstudie Krebssperren"},"content":{"rendered":"<p>Der heimische Edelkrebs (Astacus astacus) ist in Deutschland vom Aussterben bedroht. Hauptgrund ist die \u201eKrebspest\u201c, eine Erkrankung, die von eingeschleppten amerikanischen Krebsarten \u00fcbertragen wird, die sich in deutschen Binnengew\u00e4ssern immer weiter ausgebreitet haben und selbst immun gegen die Krankheit sind.\n<\/p>\n<p>Die letzten Inselbiotope des Edelkrebses liegen heute in den k\u00fchlen Oberl\u00e4ufen von Flie\u00dfgew\u00e4ssern, die noch nicht von amerikanischen Krebsen erreicht wurden \u2013 zumal diese die w\u00e4rmeren Unterl\u00e4ufe bevorzugen. Eine Ausnahme ist der Nordamerikanische Signalkrebs (Pacifastacus leniusculus), der auch k\u00fchlere Temperaturen vertr\u00e4gt und sich daher zunehmend auch in die Oberl\u00e4ufe ausbreitet. Zus\u00e4tzlich ist er dem Edelkrebs aufgrund der h\u00f6heren Wachstums und Vermehrungsrate, sowie gr\u00f6\u00dferer Aggressivit\u00e4t \u00fcberlegen und verdr\u00e4ngt ihn daher selbst dann, wenn er die Krankheit nicht in sich tr\u00e4gt. Durch diese Eigenscha<span style=\"font-family:&quot;Arial&quot;,sans-serif\">ft<\/span>en wirkt sich der Eindringling zus\u00e4tzlich auch negativ auf das gesamte \u00d6kosystem, Kleinstlebewesen, Pflanzen und Fische aus.\n<\/p>\n<p>Diese Bedrohung ist aktuell auch im Oberlauf der Ahr von akuter Bedeutung. Hier werden Edelkrebsbest\u00e4nde in den Quellbereichen von Seitenb\u00e4chen durch eine Signalkrebspopulation bedroht, die sich \u00fcber den Hauptstrom ausbreitet. Nach derzeitigem Kenntnisstand besteht die <br \/> einzige M\u00f6glichkeit zum Schutz dieser Edelkrebse in der Errichtung von Barrieren, die den Signalkrebs an der weiteren Ausbreitung hindern.\n<\/p>\n<p>Der Kreis Euskirchen hat daher bei der PE Becker GmbH eine Machbarkeitsstudie zur Errichtung zweier Krebssperren in Auftrag gegeben. Eine davon soll fischpassierbar gestaltet werden, also nur Krebse zur\u00fcckhalten, w\u00e4hrend Fische weiterhin ungehindert wandern k\u00f6nnen. Hierf\u00fcr ist es erforderlich, die Sperre so zu gestalten, dass eine Mindeststr\u00f6mungsgeschwindigkeit von 0,5 m\/s in einem vollkommen glatten Passierkanal auch bei Niedrigwasser nicht unterschritten wird. Da Fische \u00fcber eine bessere Schwimmleistung verf\u00fcgen als Krebse, k\u00f6nnen sie dann gegen die Str\u00f6mung anschwimmen, w\u00e4hrend Krebse, die auf der glatten Oberfl\u00e4che keinen Halt finden, zur\u00fcck gesp\u00fclt werden.\n<\/p>\n<p>G\u00fcnstige Voraussetzungen zur Konstruktion einer solchen Sperre findet man nicht in einem nat\u00fcrlichen Bachbett, sondern nur in bereits verbauten Bereichen des Gew\u00e4ssers, wie Br\u00fccken oder Wehren. Die PE Becker GmbH wird daher im Jahr 2020 ausgew\u00e4hlte Standorte im Oberlauf der Ahr in Bezug auf Abfl\u00fcsse und Querschnitte pr\u00fcfen, passende Krebssperren konzipieren und deren Hydraulik und Fischpassierbarkeit bewerten, so dass letztlich ein Einbau zur Rettung der Edelkrebsbest\u00e4nde erfolgen kann.\n<\/p>\n<p><i>Dr. Susanne Vae\u00dfen, Abteilung Umweltplanung<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der heimische Edelkrebs (Astacus astacus) ist in Deutschland vom Aussterben bedroht. 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