{"id":1195,"date":"2015-06-03T08:09:53","date_gmt":"2015-06-03T06:09:53","guid":{"rendered":"http:\/\/wp.pe-becker.de\/pe-news\/2015\/06\/03\/buergerwindpark-schleiden-umsetzung-des-planungsrechts-fuer-6-windenergieanlagen\/"},"modified":"2022-12-05T01:34:26","modified_gmt":"2022-12-05T00:34:26","slug":"buergerwindpark-schleiden-umsetzung-des-planungsrechts-fuer-6-windenergieanlagen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pe-becker.de\/pe-news\/2015\/06\/03\/buergerwindpark-schleiden-umsetzung-des-planungsrechts-fuer-6-windenergieanlagen\/","title":{"rendered":"B\u00fcrgerwin(d)park Schleiden \u2013 Umsetzung des Planungsrechts f\u00fcr 6 Windenergieanlagen"},"content":{"rendered":"<p>Der \u201eB\u00fcrgerwindpark Schleiden\u201c, erstes Windprojekt der KEVER PBB mbH, dem Joint Venture von KEV Energie GmbH und PE Becker GmbH mit Sitz in Kall, umfasst 6 Windenergieanlagen des Typs Enercon E-101 mit 149 m Nabenh\u00f6he, 101 m Rotordurchmesser und einer Gesamth\u00f6he von 199,5 m.\n<\/p>\n<p>Kennzeichnend f\u00fcr den Anlagentyp sind ein Dreiblatt-Rotor mit Drehrichtung im Uhrzeigersinn, Einzelblattverstellung, variable Drehzahl und ein getriebeloser Antriebsstrang. Die WEAs haben jeweils eine Nennleistung von 3.050 kW. Der Turm besteht bis zu einer H\u00f6he von 101 m aus 31 Betonringen, 48-30 cm stark, die restlichen 46 m bis zur aufsitzenden Gondel aus 3 Stahlrohren, 6 bis 2 cm stark. Der Au\u00dfendurchmesser des Turmes betr\u00e4gt am Fu\u00df 13,20 m und verj\u00fcngt sich bis zum Kopf der obersten Stahlrohrsektion auf 3,20 m. Die Betonteile sind im Innern mit 32 durchgehenden Stahlseilen miteinander verspannt, um die Statik des Turms zu gew\u00e4hrleisten.\n<\/p>\n<p>Anlagenstandort sind landwirtschaftliche Nutzfl\u00e4chen auf der Dreiborner Hochfl\u00e4che in einer Gel\u00e4ndeh\u00f6he von rund 525 m \u00fc. NN. In unmittelbarer Nachbarschaft liegen das Naturschutzgebiet H\u00f6ddelbachtal und der Nationalpark Eifel.\n<\/p>\n<p>Die Anlagen wurden nach nur ca. 7-monatiger Bauzeit im Oktober 2014 in Betrieb genommen.\n<\/p>\n<p>Vorausgegangen war ein, wie \u00fcblich bei derartigen Windenergie-Projekten, recht aufwendiges Verfahren zur Schaffung der bauplanungsrechtlichen Grundlagen. Die zugrunde liegende zus\u00e4tzliche Konzentrationszone f\u00fcr Windenergieanlagen wurde im Rahmen einer 4. \u00c4nderung des st\u00e4dtischen Fl\u00e4chennutzungsplans ausgewiesen, begleitet von einer \u00fcberarbeiteten st\u00e4dtischen Windpotenzialanalyse und den erforderlichen Fachbeitr\u00e4gen, v. a. zum Umwelt- und Artenschutz. Nach Aufstellungsbeschluss und vorgezogener Beh\u00f6rdenbeteiligung im Jahr 2010 wurden 2011 die vertraglichen Grundlagen mit den rund 40 ber\u00fchrten Grundst\u00fcckseigent\u00fcmern und P\u00e4chtern geschaffen und die Vergabe an einen Tr\u00e4ger f\u00fcr die Windparkerrichtung vorbereitet. Das Planverfahren wurde dann zwischen Mai 2012 und Oktober 2013 zum Feststellungsbeschluss durch den Stadtrat gef\u00fchrt. Die Genehmigung der FNP-\u00c4nderung durch die zust\u00e4ndige Bezirksregierung K\u00f6ln erfolgte am 19.11.2013.\n<\/p>\n<p>Die Konzentrationszonen-Abgrenzung wurde dabei in mehreren Schritten an die \u00f6rtlichen Abstandserfordernisse und eine m\u00f6glichst optimale Windpark-Konstellation angepasst und der Zuschnitt letztendlich auf zwei im Zusammenhang zu bewertende Teilfl\u00e4chen von 66 ha Gr\u00f6\u00dfe reduziert, welche genau die gew\u00fcnschten Anlagenstandorte umfassen.&nbsp;\n<\/p>\n<p>Neben der Vereinigung aller ber\u00fchrten Grundst\u00fcckseigent\u00fcmer in einem mit der Stadt geschlossenen Vertragswerk besteht eine weitere Besonderheit des Schleidener Konzeptes in einem auf regionale Wertsch\u00f6pfung orientierten Beteiligungsmodell. Dabei sollen neben den Grundeigent\u00fcmern der Parkfl\u00e4chen vor allem die Dorfgemeinschaften der umliegenden, am meisten betroffenen Orte von einem Anteil i. H. v.\n<\/p>\n<p>30.000 \u20ac aus dem Topf der Stromerl\u00f6se profitieren, zu verwenden f\u00fcr Dorferneuerungs- und Infrastrukturma\u00dfnahmen. Weitere 90.000 \u20ac B\u00fcrgeranteil werden in Kultur- und Sportf\u00f6rderung, den Erhalt der Stadtbibliothek u. \u00e4. flie\u00dfen.\n<\/p>\n<p>Ferner sollen mit Vorrang den B\u00fcrgern der Stadt Schleiden sowie der umliegenden Kommunen finanzielle Beteiligungsm\u00f6glichkeiten am Windpark und dessen Erl\u00f6sen er\u00f6ffnet werden, um auch auf diesem Wege einen gewissen Ausgleich f\u00fcr die zweifellos entstehenden Belastungen im Hinblick auf Schallimmissionen, Schattenwurf und Landschaftsbild-Beeintr\u00e4chtigung zu schaffen.\n<\/p>\n<p>Beeindruckend sind auch die Daten zur Erschlie\u00dfung des Windparks:\n<\/p>\n<p>Ab Anfang M\u00e4rz 2014 erfolgten Wegebau und Herstellung der Vormontagefl\u00e4chen. Dazu wurden neue Wege und Kranstellfl\u00e4chen in einem Umfang von 23.000 m\u00b2 geschaffen; hinzu kommen 2.000 m\u00b2 Wegeverbreiterungen und 7.500 m\u00b2 Vormontagefl\u00e4chen. Ab Mitte M\u00e4rz wurden die Drainagen und Wasserableitungen f\u00fcr die Fundamente angelegt. Der Au\u00dfendurchmesser eines Fundaments im Boden betr\u00e4gt rund 24 m, der des sichtbaren Sockels an der Gel\u00e4ndeoberfl\u00e4che 15,4 m, die H\u00f6he bzw. Tiefe ins Erdreich 3,50 m. Bei einer Bodenverdr\u00e4ngung von 1.450 m\u00b3 wurden je St\u00fcck 950 m\u00b3 Beton (C 30\/37) und 90 t Betonstabstahl verbaut. Ab Mai 2014 wurden dann 3 km Leitungen im Park sowie 10,5 km Kabeltrasse zum Umspannwerk Hellenthal-Wollenberg verlegt. Der Aufbau der T\u00fcrme, Gondeln und Rotoren erfolgte zwischen Anfang Mai und Ende September 2014.\n<\/p>\n<p>Nunmehr soll das rund 32 Mio. \u20ac teure Windpark-Projekt bei einer durchschnittlich herrschenden Windgeschwindigkeit von etwa 7,2 m\/s in Nabenh\u00f6he eine elektrische Jahresarbeit von prognostiziert mind. 40.000 MWh leisten (ausgehend vom sog. \u201eP90-Wert\u201c (d. h., mit 90 %iger Sicherheit des Eintritts) und abz\u00fcglich aller einzurechnenden Sicherheiten f\u00fcr evtl. Abschaltzeiten und Netzverluste). Die wirtschaftliche Nutzungsdauer wird bei 20-25 Jahren liegen. Rein rechnerisch k\u00f6nnen mehr als 11.000 Haushalte versorgt und pro Jahr mehr als 28.000 t Kohlendioxyd eingespart werden. Bei nur 6.500 Haushalten, plus Gewerbe- und Industriebetrieben, wird die Stadt Schleiden allein damit (neben anderen bestehenden EE-Projekten) zur Klima-Plus-Kommune.\n<\/p>\n<p>Rochus Mey, Dipl-Geogr.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der \u201eB\u00fcrgerwindpark Schleiden\u201c, erstes Windprojekt der KEVER PBB mbH, dem Joint Venture von KEV Energie GmbH und PE Becker GmbH mit Sitz in Kall, umfasst 6 Windenergieanlagen des Typs Enercon E-101 mit 149 m Nabenh\u00f6he, 101 m Rotordurchmesser und einer Gesamth\u00f6he von 199,5 m. 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