{"id":1151,"date":"2018-03-01T20:05:00","date_gmt":"2018-03-01T19:05:00","guid":{"rendered":"http:\/\/wp.pe-becker.de\/pe-news\/2018\/03\/01\/laendliches-wegenetzkonzept\/"},"modified":"2022-12-05T01:34:14","modified_gmt":"2022-12-05T00:34:14","slug":"laendliches-wegenetzkonzept","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pe-becker.de\/pe-news\/2018\/03\/01\/laendliches-wegenetzkonzept\/","title":{"rendered":"L\u00e4ndliches Wegenetzkonzept"},"content":{"rendered":"<p>Jede Kommune hat die Aufgabe ihre Wege, auch die Wirtschaftswege, in einem angemessenen Umfang zu unterhalten. Insbesondere f\u00fcr die l\u00e4ndlichen Wege, die eine vielf\u00e4ltige Funktion erf\u00fcllen, ist dies eine schwierige Aufgabe. Die Klassische Funktion der l\u00e4ndlichen Wege ist die Erschlie\u00dfung von landund forstwirtschaftlichen Fl\u00e4chen, aber auch die Anbindung von einzelnen Wohnh\u00e4usern oder Aussiedlerh\u00f6fen. Dar\u00fcber hinaus erfolgt h\u00e4ufig eine multifunktionale Nutzung auch zu Tourismus-, Freizeit- und Erholungszwecken, erg\u00e4nzt durch linienhafte Landschaftselemente, die in der Randvegetation mit Hecken, B\u00e4umen und auch Ackerlandstreifen die Kulturlandschaft beleben.\n<\/p>\n<p>Da die heutigen Wegenetze bereits vor etlichen Jahren auf die damaligen Besitz- und Bewirtschaftungsverh\u00e4ltnisse angelegt worden sind, werden sie den heutigen Anforderungen h\u00e4ufig nicht mehr gerecht. Nicht nur durch die \u00c4nderung der Betriebsgr\u00f6\u00dfen, sondern auch durch die \u00c4nderung der Besitzverh\u00e4ltnisse und Produktionsweisen haben die Land- und Forstmaschinen im Laufe der Zeit wesentlich an Gr\u00f6\u00dfe gewonnen.\n<\/p>\n<p>Auch die Nutzung als Rad- und Wanderwege hat in der l\u00e4ndlich gepr\u00e4gten Region immer mehr an Bedeutung zugenommen. Vorhabentr\u00e4ger der erneuerbaren Energien sind ebenfalls ein neuer Nutzerkreis. Ein Konzept f\u00fcr ein zukunftsf\u00e4higes und bedarfsgerechtes Wegenetz muss an diesen Randbedingungen orientiert sein sowie die verkehrlichen Bedeutungen und die Naturund Landschaftselemente ber\u00fccksichtigen.\n<\/p>\n<p><b>Wichtige Leitfragen sind dabei:<br \/><\/b>Welche Wege:\n<\/p>\n<ul>\n<li>sind vorhanden und werden wie genutzt?<\/li>\n<li>werden zuk\u00fcnftig noch ben\u00f6tigt?<\/li>\n<li>k\u00f6nnen ggfs. entfallen?<\/li>\n<li>sind zu ert\u00fcchtigen?<\/li>\n<li>k\u00f6nnen zuk\u00fcnftig im technischen Standard gesenkt werden?<\/li>\n<li>k\u00f6nnen ggfs. privatisiert werden?\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Erstellung eines l\u00e4ndlichen Wegenetzkonzeptes ist ein f\u00f6rderf\u00e4hige Ma\u00dfnahme nach der \u201eRichtlinie \u00fcber die Gew\u00e4hrung von Zuwendung zur F\u00f6rderung einer integrierter l\u00e4ndlichen Entwicklung\u201c vom 26.01.2016 in Verbindung mit dem \u201eLeitfaden zur Erarbeitung l\u00e4ndlicher Wegenetzkonzepte\u201c in der Fassung vom 13.06.2017. Der Leitfaden gibt den Prozess der Erarbeitung des Wirtschaftswegekonzeptes mit einer Bestandsanalyse und nachfolgender Erstellung eines SOLL-Konzeptes vor.\n<\/p>\n<p>Bei der Bestandsanlayse wird das vorhandene Wegenetz nach verschiedenen Beurteilungskriterien analysiert und bewertet. Im Anschluss werden die Wege nach den vorgegebenen Kategorien eingestuft:\n<\/p>\n<ul>\n<li>Kategorie A = klassifiziertes Stra\u00dfennetz inkl. Gemeindestra\u00dfen <\/li>\n<li>Kategorie B = Multifunktionale Wege <\/li>\n<li>Kategorie C = Wege zur Sicherstellung der luf-Verbindungen oder Erschlie\u00dfung ganzer Bewirt- schaftungsbl\u00f6cke <\/li>\n<li>Kategorie D = Untergeordnete Wege mit Bedeutung f\u00fcr Fu\u00dfg\u00e4nger <\/li>\n<li>Kategorie E = Wege mit untergeordneter Erschlie\u00dfungsfunktion <\/li>\n<li>Kategorie F = Erschlie\u00dfungswege, die Einzelinteressen dienen <\/li>\n<li>Kategorie G = im Netzzusammenhang weniger wichtige Wege <\/li>\n<li>Kategorie H = nicht mehr vorhandene oder genutzte Wege <\/li>\n<li>Kategorie I = reine Fu\u00df- Reit- bzw. Radwege\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Nach der Bestandsanalyse ist f\u00fcr eine zuk\u00fcnftige Situation die Erarbeitung eines SOLL-Konzeptes erforderlich. Vor dem Hintergrund, dass ein Gro\u00dfteil der Wege nicht mehr den heutigen Anforderungen entspricht, sind dabei, die aktuellen Bed\u00fcrfnisse der verschiedenen Nutzergruppen zu ber\u00fccksichtigen. Wegen des zuk\u00fcnftigen Unterhalts ist es wichtig, im SOLL-Konzept zu ermitteln, wo gegebenenfalls Einsparm\u00f6glichkeiten vorhanden sind. F\u00fcr das SOLL-Konzept ist zu pr\u00fcfen, ob die Wegekategorie aus der Bestandsanalyse erhalten bleibt oder ggf. zu \u00e4ndern ist. Im Zuge des SOLL-Konzeptes sind dar\u00fcber hinaus Handlungsempfehlungen zu erarbeiten. Diese Handlungsempfehlungen k\u00f6nnen sein:\n<\/p>\n<ul>\n<li>Erhaltung wie Bestand (normale Unterhaltung)<\/li>\n<li>Den Unterbau einschlie\u00dfende Sanierung (gleiche Kategorie)<\/li>\n<li>Umbau\/andere Bauweise (ver\u00e4nderte Kategorie)<\/li>\n<li>R\u00fcckbau\/Aufhebung<\/li>\n<li>Neubau (neue Trasse)\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Des Weiteren ist jede Handlungsempfehlung in zweckm\u00e4\u00dfige und zielgerichtete Umsetzungszeitr\u00e4ume einzuordnen, z.B.:\n<\/p>\n<ul>\n<li>Kurzfristig \u2013 ca. 5 Jahre<\/li>\n<li>Mittelfristig \u2013 ca. 5 &#8211; 15 Jahre<\/li>\n<li>Langfristig \u2013 ca. 15 &#8211; 25 Jahre\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ein wichtiges Element in der gesamten Erstellung des l\u00e4ndlichen Wegenetzkonzepts ist die Einbeziehung der unterschiedlichen Akteure, die Beteiligung der B\u00fcrger sowie der interaktive Entwicklungsprozess in der Gruppe von Nutzern der Wege, die mit den Ortskenntnissen dabei wertvolle Informationen zur EinstuFortsetzung von Seite 1 Ausgabe 01 \/ 2018 fung geben. Dazu wird eine Projektgruppe gebildet, die sich aus Vertretern der Landwirtschaft, Forstwirtschaft, des Natur- und Landschaftsschutzes, des Tourismus, der Politik und der Verwaltung und Bezirksregierung zusammensetzt.\n<\/p>\n<p>Die Beteiligung der B\u00fcrger wird \u00fcber Workshops und \u00f6ffentliche Veranstaltungen sichergestellt. Dabei sind nicht nur die Ergebnisse vorzustellen und zu er\u00f6rtern, sondern konstruktiv an den Analyseergebnissen und Entw\u00fcrfen des SOLL-Konzeptes zu arbeiten. Am Ende der Erarbeitung des l\u00e4ndlichen Wegenetzkonzeptes steht der Abschlussbericht mit entsprechenden Handlungsoptionen sowie eine Abschlussveranstaltung, die den B\u00fcrgern und allen Projektbeteiligten das Endergebnis pr\u00e4sentiert.\n<\/p>\n<p>Mit einem l\u00e4ndlichen Wegenetzkonzept kann die Kommune die Unterhaltung und Finanzierung f\u00fcr ihr Wegenetz schrittweise planen.\n<\/p>\n<p>&#8211; Dipl.-Ing. Andreas G\u00f6ttgens, Michael Lorse M. Eng.&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jede Kommune hat die Aufgabe ihre Wege, auch die Wirtschaftswege, in einem angemessenen Umfang zu unterhalten. Insbesondere f\u00fcr die l\u00e4ndlichen Wege, die eine vielf\u00e4ltige Funktion erf\u00fcllen, ist dies eine schwierige Aufgabe. 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