{"id":1103,"date":"2015-07-02T06:58:40","date_gmt":"2015-07-02T04:58:40","guid":{"rendered":"http:\/\/wp.pe-becker.de\/pe-news\/2015\/07\/02\/starkregen-und-urbane-sturzfluten-ein-neues-phaenomen\/"},"modified":"2022-12-05T01:34:26","modified_gmt":"2022-12-05T00:34:26","slug":"starkregen-und-urbane-sturzfluten-ein-neues-phaenomen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pe-becker.de\/pe-news\/2015\/07\/02\/starkregen-und-urbane-sturzfluten-ein-neues-phaenomen\/","title":{"rendered":"Starkregen  und urbane Sturzfluten \u2013 ein neues Ph\u00e4nomen?"},"content":{"rendered":"<p>\u00dcberflutungen aus Hochwasserereignissen sind in den Flusst\u00e4lern ein Problem, das seit Langem Beachtung findet. Derartige \u00dcberflutungen finden mehr oder weniger regelm\u00e4\u00dfig statt. Die Betroffenen haben sich auf diese Ereignisse eingerichtet. Betroffene R\u00e4umlichkeiten oder Geb\u00e4udeteile werden ger\u00e4umt oder, was die komfortabelste L\u00f6sung ist, durch Schutzeinrichtungen vor \u00dcberflutungen gesch\u00fctzt. Gute Vorhersagesysteme sorgen daf\u00fcr, dass die Schutzmechanismen mit ausreichendem Vorlauf in Funktion gebracht werden k\u00f6nnen. Die Schutzmechanismen sind auf Maximalereignisse ausgelegt. Dass auch diese Ereignisse \u00fcberschritten werden k\u00f6nnen, zeigt z. B. das Elbhochwasser von 2013.\n<\/p>\n<p>\u00dcberflutungsereignisse, die in der Vergangenheit weniger Beachtung fanden, sind sogenannte \u201eurbane Sturzfluten\u201c. Damit werden \u00dcberflutungen bezeichnet, die aus sommerlichen Starkregenereignissen resultieren. Derartige \u00dcberflutungen treten dezentral auf. Die Starkregenereignisse sind i. d. R. lokal begrenzt. Dennoch resultieren in der Summe erhebliche Schadensh\u00f6hen.\n<\/p>\n<p>Gef\u00fchlt nehmen derartige Starkregenereignisse zu. Untersuchungen hierzu gibt es, es besteht aber Regelungsbedarf. Weiterf\u00fchrende Regelungen zur fachlich qualifizierten Risikobewertung urbaner Sturzfluten im Kontext der europ\u00e4ischen Norm DIN EN 752 sowie des Arbeitsblattes DWA-A 118 werden zurzeit von der DWA-Arbeitsgruppe ES-2.5 \u201eAnforderungen und Grunds\u00e4tze der Entsorgungssicherheit\u201c erarbeitet und sollen kurzfristig ver\u00f6ffentlicht werden.\n<\/p>\n<p>Ein Erkl\u00e4rungsversuch f\u00fcr die Zunahme von Starkregenereignissen sind der Klimawandel und die damit verbundene Erh\u00f6hung der Temperaturen. W\u00e4rmere Luft kann eben mehr Wasser aufnehmen.\n<\/p>\n<p>Ein Problem der urbanen Sturzfluten ist die Vorhersage. Durch die Wetterdienste wird zwar vor lokalen Starkregen gewarnt, aber anders als bei Hochwasser aus Fl\u00fcssen k\u00f6nnen Ort, Zeitpunkt und voraussichtlicher Umfang der \u00dcberflutung nicht exakt vorhergesagt werden.\n<\/p>\n<p>Die Kanalnetze sind i. d. R. aus wirtschaftlichen Gr\u00fcnden auf bis zu 5-j\u00e4hrige Regenereignisse bemessen. St\u00e4rkere Regen k\u00f6nnen h\u00e4ufig durch die Netze aufgenommen werden, insbesondere wenn es sich um l\u00e4ngere Regen handelt, die auf relativ gro\u00dfen Fl\u00e4chen anfallen. Durch die Vergleichm\u00e4\u00dfigung des Abflusses besitzen die Kanalnetze Reserven. Diese Reserven gibt es f\u00fcr kurze Starkregen nicht. Die Kanalnetze versagen, das Wasser tritt aus Schachtdeckeln und Stra\u00dfenabl\u00e4ufen aus. Das durch die Kanalnetze erreichbare Schutzniveau ist also begrenzt.\n<\/p>\n<p>Eine weitergehende \u00dcberflutungsvorsorge muss sich mit der Frage befassen, was mit den aus dem Kanalisationsnetz austretenden Wassermengen geschieht. An dieser Stelle ist eine ganzheitliche Betrachtung des \u00dcberflutungsschutzes erforderlich. Es ist zu pr\u00fcfen, ob und an welcher Stelle das aus dem Kanalnetz austretende Wasser eine Gef\u00e4hrdung darstellt. Folgende Fragestellungen sind dabei z. B. zu bearbeiten:\n<\/p>\n<ul>\n<li>An welcher Stelle stellt das aus dem Kanalnetz austretende Wasser eine Gefahr dar?<\/li>\n<li>Um welche Art von Gef\u00e4hrdung handelt es sich?<\/li>\n<li>Besteht die M\u00f6glichkeit einer schadlosen Ableitung des ausgetretenen Wassers?<\/li>\n<li>K\u00f6nnen betroffene Geb\u00e4ude durch bauliche Ma\u00dfnahmen vor der \u00dcberflutung gesch\u00fctzt werden?<\/li>\n<li>K\u00f6nnen Frei- und Gr\u00fcnfl\u00e4chen als Retentionsr\u00e4ume aktiviert werden?<\/li>\n<li>Ist es sinnvoll, im Kanalnetz zus\u00e4tzlichen Retentionsraum zu schaffen?<\/li>\n<li>Kann der Zufluss zum Kanalnetz, z. B. aus Au\u00dfengebieten, reduziert werden?<\/li>\n<li>Wie k\u00f6nnen die Betroffenen im Katastrophenfall gezielt benachrichtigt werden? <\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Beantwortung dieser Fragen und die Entwicklung von planerischen, technischen und auch administrativen Vorsorgema\u00dfnahmen zum Schutz vor \u00dcberflutungen ist eine interdisziplin\u00e4re Aufgabe. Sicherlich hat die Siedlungswasserwirtschaft mit der Planung der Entw\u00e4sserungsnetze einen ma\u00dfgeblichen Anteil. Genauso sind aber auch die Bauleitplanung und die Verkehrsplanung gefragt. Und beim Schutz der Geb\u00e4ude sind, nicht zuletzt, auch Hochbauplanungen zwecks Umbauten an Geb\u00e4uden denkbar. Die Fachleute der jeweiligen Abteilungen der PE Becker GmbH helfen bei der Entwicklung von L\u00f6sungen zum \u00dcberflutungsschutz weiter.\n<\/p>\n<p>Andreas G\u00f6ttgens, Dipl.-Ing.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcberflutungen aus Hochwasserereignissen sind in den Flusst\u00e4lern ein Problem, das seit Langem Beachtung findet. Derartige \u00dcberflutungen finden mehr oder weniger regelm\u00e4\u00dfig statt. Die Betroffenen haben sich auf diese Ereignisse eingerichtet. Betroffene R\u00e4umlichkeiten oder Geb\u00e4udeteile werden ger\u00e4umt oder, was die komfortabelste L\u00f6sung ist, durch Schutzeinrichtungen vor \u00dcberflutungen gesch\u00fctzt. 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