{"id":1087,"date":"2017-09-04T18:43:22","date_gmt":"2017-09-04T16:43:22","guid":{"rendered":"http:\/\/wp.pe-becker.de\/pe-news\/2017\/09\/04\/vertiefende-artenschutzpruefung\/"},"modified":"2022-12-05T01:34:14","modified_gmt":"2022-12-05T00:34:14","slug":"vertiefende-artenschutzpruefung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pe-becker.de\/pe-news\/2017\/09\/04\/vertiefende-artenschutzpruefung\/","title":{"rendered":"Vertiefende Artenschutzpr\u00fcfung"},"content":{"rendered":"<p><div>Durch die Novellierungen des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) vom 27.12.2007 und vom 29.07.2009 hat der Bundesgesetzgeber die deutschen Rechtsvorschriften an die &nbsp;auf europ\u00e4ischer Ebene greifende Flora-Fauna-Habitat (FFH)- und Vogelschutzrichtlinie (VS-RL) angepasst. Die FFH- und Vogelschutzgebiete bilden zusammen das sog. NATURA 2000-Schutzgebietssystem. Dies ist ein zusammenh\u00e4ngendes, EU-weites Netz von Schutzgebieten zur Erhaltung gef\u00e4hrdeter oder typischer Lebensr\u00e4ume sowie von Arten. Es werden die NATURA 2000-Richtlinien bezogen auf den Habitatschutz durch die \u00a7\u00a7 31 bis 36 BNatSchG und bezogen auf den Artenschutz durch die \u00a7\u00a7 44 und 45 Abs. 7 BNatSchG umgesetzt. In diesem Zusammenhang m\u00fcssen die Belange des Arten- und Habitatschutzes bei allen genehmigungspflichtigen Vorhaben entsprechend den europ\u00e4ischen Bestimmungen gepr\u00fcft werden. Durch personelle Verst\u00e4rkung des Teams hat die PE Becker GmbH ihr Leistungsspektrum in der Umweltabteilung kompetent erweitert.&nbsp;<\/div>\n<\/p>\n<p><div>Fachbeitr\u00e4ge und Gutachten zu Natur- und Umweltaspekten bilden von jeher eine wichtige S\u00e4ule bei integrierten und vernetzten L\u00f6sungen f\u00fcr komplexe Bauvorhaben. So z\u00e4hlen auch Artenschutzvorpr\u00fcfungen (ASP Stufe I) zum Tagesgesch\u00e4ft der PE Becker GmbH. Diese werden meist anhand einer Begehung des Plangebietes sowie der Auswertung verf\u00fcgbarer Quellen abgepr\u00fcft. Eine spezielle Kartierung hinsichtlich des Vorkommens so genannter planungsrelevanter Arten erfolgt dabei meist nicht. Bestehen dann Zweifel, inwiefern eine sch\u00fctzenswerte Art im zu untersuchenden Gebiet vorkommt, mussten unsere Bauherren weiterf\u00fchrende Untersuchungen bislang an externe Gutachter weitergeben. Durch &nbsp;Verst\u00e4rkung der Umweltabteilung k\u00f6nnen nun auch spezielle faunistische Kartierungen aus einer Hand erfolgen, wodurch nicht nur die projektgebundene Kommunikation verbessert wird, sondern auch m\u00f6gliche Verz\u00f6gerungen im Planungs- und Bauablauf fr\u00fchzeitig erkannt und zeitnah entsprechende Alternativen erarbeitet werden k\u00f6nnen. &nbsp;&nbsp;<\/div>\n<\/p>\n<p><div><\/div>\n<\/p>\n<p><div><b>Artenschutzpr\u00fcfung<\/b><\/div>\n<\/p>\n<p><div>Die Notwendigkeit zur Durchf\u00fchrung einer Artenschutzpr\u00fcfung (ASP) im Rahmen von Planungsverfahren oder bei der Zulassung von Vorhaben ergibt sich aufgrund der sogenannten Zugriffsverbote. Bei der ASP handelt es sich um eine eigenst\u00e4ndige Pr\u00fcfung, die nicht durch andere Pr\u00fcfverfahren ersetzt werden kann. Hierbei wird festgestellt, inwiefern durch zul\u00e4ssige Eingriffe und Vorhaben Verbotstatbest\u00e4nde nach \u00a7 44 Abs. 1 BNatSchG ausgel\u00f6st werden. Konkret handelt es um drei Zugriffsverbote, wonach es verboten ist, wild lebenden Tieren der besonders gesch\u00fctzten Arten nachzustellen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu t\u00f6ten oder ihre Entwicklungsformen aus der Natur zu entnehmen, zu besch\u00e4digen oder zu zerst\u00f6ren (Erster Satz: T\u00f6tungsverbot). Der zweite Satz regelt das St\u00f6rungsverbot in dem Sinn, dass es verboten ist, \u201ewild lebende Tiere der streng gesch\u00fctzten Arten und der europ\u00e4ischen Vogelarten w\u00e4hrend der Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Mauser-, \u00dcberwinterungs- und Wanderungszeiten erheblich zu st\u00f6ren\u201c. Eine erhebliche St\u00f6rung liegt vor, sobald sich durch die St\u00f6rung der Erhaltungszustand der lokalen Population einer Art verschlechtert. Im dritten Satz wird ferner das Zerst\u00f6rungsverbot behandelt. Hiernach ist es verboten, Fortpflanzungs- oder Ruhest\u00e4tten der wild lebenden Tiere der besonders gesch\u00fctzten Arten aus der Natur zu entnehmen, zu besch\u00e4digen oder zu zerst\u00f6ren. &nbsp;Zwar betreffen die artenschutzrechtlichen Vorschriften alle Arten des Anhangs IV der FFH-RL sowie alle europ\u00e4ischen Vogelarten, doch brauchen in Nordrhein-Westfalen grunds\u00e4tzlich nur die planungsrelevanten Arten bei einer Artenschutzpr\u00fcfung n\u00e4her betrachtet zu werden. Bei den \u00fcbrigen, den so genannten \u201eAllerweltsarten\u201c kann im Regelfall davon ausgegangen werden, dass es aufgrund eines g\u00fcnstigen Erhaltungszustands und einer gro\u00dfen Anpassungsf\u00e4higkeit nicht zu einem Versto\u00df gegen die Verbote des \u00a7 44 Abs. 1 BNatSchG kommt. &nbsp;Der Ablauf einer Artenschutzpr\u00fcfung l\u00e4sst sich demnach in drei Stufen einteilen (vgl. Abb. 1).&nbsp;<\/div>\n<\/p>\n<p><div><\/div>\n<\/p>\n<p><div><\/div>\n<\/p>\n<p><div><b>Anwendungsbeispiele f\u00fcr Ihr Planverfahren:<\/b><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<ul>\n<li>Untersuchung von Geb\u00e4uden anl\u00e4sslich eines genehmigungspflichtigen Abbruchvorhabens hinsichtlich des Vorkommens von V\u00f6geln, Flederm\u00e4usen, Bilchen oder Reptilien.<\/li>\n<li>Dauerbeobachtung (Monitoring) von V\u00f6geln, z.B. im Rahmen einer Windkraftplanung in Form einer rechtlich vorgeschriebenen Funktionsraumanalyse, z.B. beim Rotmilan oder Schwarzstorch.<\/li>\n<li>Brutvogel- sowie Horstbaumkartierungen&nbsp;<\/li>\n<li>Risikomanagement f\u00fcr Flederm\u00e4use als betriebsbegleitendes Gondelmonitoring bei Windkraftanlagen&nbsp;<\/li>\n<li>Populationsbezogene Wirksamkeitskontrolle von erforderlichen &nbsp;Ausgleichsma\u00dfnahmen bei Bauvorhaben. u.a.m.<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<p><div><\/div>\n<\/p>\n<p><div><b>Haben wir nun Ihr Interesse geweckt und ben\u00f6tigen Sie Unterst\u00fctzung bei der Umsetzung eines Bauvorhabens? Z\u00f6gern Sie nicht, uns anzusprechen!<\/b><\/div>\n<\/p>\n<div>\n<p>&#8211; M.Sc. BioGeo Marc Pinhammer<\/p><\/div>\n<\/p>\n<p><div><\/div><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Durch die Novellierungen des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) vom 27.12.2007 und vom 29.07.2009 hat der Bundesgesetzgeber die deutschen Rechtsvorschriften an die  auf europ\u00e4ischer Ebene greifende Flora-Fauna-Habitat (FFH)- und Vogelschutzrichtlinie (VS-RL) angepasst. Die FFH- und Vogelschutzgebiete bilden zusammen das sog. NATURA 2000-Schutzgebietssystem. <\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[],"class_list":["post-1087","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-umwelt-freiraumplanung","infinite-scroll-item","no-featured-image-padding"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/pe-becker.de\/pe-news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1087","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/pe-becker.de\/pe-news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/pe-becker.de\/pe-news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/pe-becker.de\/pe-news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/pe-becker.de\/pe-news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1087"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/pe-becker.de\/pe-news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1087\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1283,"href":"https:\/\/pe-becker.de\/pe-news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1087\/revisions\/1283"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/pe-becker.de\/pe-news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1087"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/pe-becker.de\/pe-news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1087"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/pe-becker.de\/pe-news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1087"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}